Umzug, Gartenabfall, das Sofa vom Kleinanzeigen-Verkäufer drei Orte weiter: Irgendwann reicht der Kofferraum nicht mehr. Einen Anhänger zu leihen kostet in der Nachbarschaft für einen Tag so viel wie zwei Kaffee im Baumarkt, und du sparst dir die Fahrt zur Anhängervermietung. Vorher solltest du aber drei Dinge wissen: was dein Führerschein erlaubt, was dein Auto ziehen darf und was auf dem Typenschild des Anhängers steht.
Welchen Anhänger darf ich mit Führerschein B ziehen?
Mit dem normalen Pkw-Führerschein darfst du jeden Anhänger bis 750 Kilo zulässiger Gesamtmasse ziehen. Schwerere Anhänger gehen auch, solange Auto und Anhänger zusammen nicht über 3.500 Kilo zulässige Gesamtmasse kommen. Bei einem Kompaktwagen mit 1.900 Kilo darf der Anhänger also bis 1.600 Kilo haben. Für die meisten privat vermieteten Anhänger reicht Klasse B damit locker.
Wer mehr will: B96 ist eine Tagesschulung ohne Prüfung und hebt die Grenze für das Gespann auf 4.250 Kilo. BE ist eine eigene Prüfung und erlaubt Anhänger bis 3.500 Kilo. Und wer den alten Führerschein Klasse 3 von vor 1999 hat, darf sowieso deutlich mehr.
Wichtiger als der Führerschein ist oft das Auto. Die zulässige Anhängelast steht im Fahrzeugschein unter O.1 (gebremst) und O.2 (ungebremst). Ein Kleinwagen darf manchmal nur 500 Kilo ungebremst ziehen, dann ist ein 750er schon zu viel.
Gebremst oder ungebremst?
Ungebremste Anhänger sind leicht, günstig und bis 750 Kilo zugelassen. Für Baumarkt, Grünschnitt und Umzugskartons völlig ausreichend. Gebremste Anhänger haben eine Auflaufbremse, dürfen mehr laden und fahren sich beim Bremsen spürbar ruhiger. Für Möbel, einen Motorroller oder Maschinen würde ich immer einen gebremsten mit 1.300 Kilo oder mehr nehmen.
In den Inseraten auf Dachboks steht die Ladefläche, das zulässige Gesamtgewicht findest du in der Beschreibung. Wenn etwas unklar ist, frag im Chat nach. Die Vermieter kennen ihre Anhänger und sagen dir ehrlich, ob dein Vorhaben passt.
Wie schnell darf ich fahren?
Mit Anhänger gilt auf Autobahn und Landstraße Tempo 80. Anhänger mit der 100-km/h-Plakette am Heck dürfen 100, aber nur, wenn auch das Zugfahrzeug die Bedingungen erfüllt: ABS und ein passendes Gewichtsverhältnis. Im Zweifel fährst du 80 und kommst zehn Minuten später entspannter an.
Vor der Abfahrt kurz prüfen
Der Mietvertrag auf Dachboks hat für Anhänger eigene Felder für Kennzeichen und Zugfahrzeug. Bevor du losfährst, einmal rundherum gehen:
- Kupplung eingerastet, Abreißseil eingehängt, Stützrad hochgekurbelt.
- Licht und Blinker testen. Der 13-polige Stecker passt nicht auf jede 7-polige Dose, ein Adapter gehört ins Handschuhfach.
- Schwere Ladung über die Achse, alles mit Gurten sichern. Zu wenig Stützlast macht das Gespann nervös.
- Kennzeichen des Anhängers im Vertrag notieren. Die Haftpflicht läuft über dein Auto.
Häufige Fragen
- Brauche ich eine eigene Versicherung für den Anhänger?
- Nein. In Deutschland deckt die Haftpflicht des Zugfahrzeugs Schäden ab, die das Gespann anderen zufügt. Für Schäden am Anhänger selbst haftest du laut Mietvertrag als Mieter.
- Was kostet ein Anhänger von privat?
- Ungebremste 750er gibt es auf Dachboks meist ab 14 bis 18 Euro am Tag, gebremste Tieflader und Hochlader ab etwa 25 Euro. Fürs Wochenende oder eine Woche wird es pro Tag günstiger.